Geburtstagsparty in der E-Burg

Es gibt so ein paar Gebiete in der Photographie wo ich nachwievor Muffensausen habe wenn ich in diesem Bereich etwas abliefern MUSS. Dazu gehören in erster Linie Partyphotos. Jeder der sein Leben nicht nur im Keller verbringt kennt die Typen die einem auf Partys rücksichtslos in die Fresse blitzen. Blöd nur wenn man das selbst mal tun muss. Fairnesshalber sollte ich an dieser Stelle sagen dass ich mich dazu bereit erklärt habe, denn es war die Fete meines Stiefbruders der anlässlich seines Geburtstages und des anstehendes Abschieds für einige Monate work & travel im Keller des Erfurter Studentclubs Engelsburg feierte. Eigentlich eine gute Gelegenheit das mal auszuprobieren.

[thumb:825:r]Zunächst einmal, was lohnt sich mitzunehmen? In meinem Falle war ich etwas übervorsichtig und habe 2 Kameras mitgenommen (Nikon D200 & D300), jeweils mit einem Systemblitz (Sigma DG-ST 500, SB-900) präpariert mit Farbfolien (mein oller Sigma hat eine Lee Folie Nummer 204 verpasst bekommen und Nikons Blitzflagschiff bekam die mitgeliefert Folie für warmweißes Licht. Ich gebe zu, das habe ich getan weil ich gelesen habe, nicht weil ich damit Erfahrungen hatte. Allerdings kann man sich schon denken dass die Lichtverhältnisse in Kellerclubs alles andere als homogen und schon gar nicht optimal sind. Blau, Grün, Gelb und das von Photographen gehasste Rot durchfluteten die Tanzfläche und lassen die Frage nach Angleich der Farbtemperatur mehr oder weniger obsolet werden. Trotzdem empfinde ich wärmeres weiß auf angeblitzter Haut als wesentlich angenehmer als das grelle Standardweiß. Die restlichen Einstellungen waren schnell gefunden und über den Abend relativ konstant. ISO zwischen 1600 und 2000, verhältnismäßig lange Belichtungszeiten um 1/10s um möglichst viel Umgebungslicht einzufangen und den Blitz auf den zweiten Vorhang synchronisiert damit die unvermeidlichen Bewegungen zum SCHLUSS eingefroren werden. Obwohl ich ein 35/1.8, ein 50/1.8 und noch 16-85/3.5-5.6 mitgebracht habe, sind die meisten Bilder schlußendlich mit der D300, dem SB-900 sowie 16-85, zumeist am kurzen Ende, entstanden. Das hat eigentlich vollkommen gereicht.

Die Ergebnisse gefallen mir persönlich für einen ersten Versuch ganz gut.Und das leidige Thema Rauschen ist eigentlich auch ziemlich irrelevant die primäre Verwendungsgröße im Web selten über 900px längste Kante gehen und das entrauschen via Lightroom 3 sowie das Unscharfmaskieren beim Export mit Mogrify (In meinem Fall Radius 0.65, Stärke ca 0.35, Gewichtung und Schwellenwert 1) schon bei relativ zaghafter Behandlung gut anschlägt.

Zum Schluß noch ein paar Worte zum generellen Vorgehen. Gerade auf der Tanzfläche passiert es nicht selten dass die Leute sich konzentrisch um einen imaginären Punkt im Raum aufteilen und mit dem Rücken nach „außen“ stehen. Was natürlich für Photos eher suboptimal ist. Die Gründe dafür lassen wir jetzt einfach mal außer Acht und konzentrieren uns auf die Lösung. Ich habe versucht mal unkonventionelle Perspektiven auszuprobieren und nicht immer nur aus Augenhöhe frontal in die Menge zu ballern. Ich denke damit fährt man am besten. Ein Stuhl oder ein Podest um etwas höher zu stehen findet sich schnell und wenn der Boden noch nicht allzustark mit diversen Flüssigkeiten und Glassplittern kontaminiert ist, schadet es auch nicht mal in die Hocke zu gehen. Bei der Motivwahl ist so ziemlich alles erlaubt was interessant aber nicht vernichtend peinlich ist und eher für einschlägige Party-Absturz-Dumpsites geeignet wär. Das erledigen dann die Handyknippser zu gegebener Zeit.

Die übrigen Bilder gibt es wieder in der Galerie