19. Wave-Gotik-Treffen #1

Meine Postingfrequenz läßt sich mittlerweile mit sehr kleinen Zahlen quantifizieren aber ab heute wird sich dies zumindest für ein paar Tage ändern. Ja, es gibt einen ausreichenden Grund und vor allem auch wieder die nötige Zeit. Das längere Pfingstwochenende zieht meine bessere Hälfte und meine finstere Wenigkeit auch dieses Jahr wieder in Zentrum der sinistren Kultur – nach Leipzig.

Nur noch ein paar Stunden und wir beziehen endlich unser Hauptquartier. 3 Straßenbahnhaltestellen entfernt von der Agra, dem Hauptveranstaltungsort des 19. WGT. Danach wird erstmal das Routineprogramm von Auspacken, Bändchen abholen und mit Freunden treffen abgearbeitet bevor es um 17.30 mit dem ersten Konzert von The Pussybats im Werk II mit dem musikalischen Teil des Festivals losgeht. Weiter geht es dann beinahe rollend mit Zeromancer, Samsas Traum und gen Mitternacht mit Kirlian Camera. Das dürfte für unser Stehvermögen für den Anfang schon ganz  schön ausreizen. Immerhin bin ich keine 16 mehr. Abgesehen davon spielt mit fortschreitendem Alter vor allem die soziale Komponente dieses Treffens eine entscheidendere Rolle. Freunde  aus vielen Jahren gemeinsamer Unternehmungen, aber auch neue Leute kennenlerne ist durchaus spannend.

Ich werde hier jeden Tag mindestens einmal, besser aber zweimal Bericht erstatten was das schwarze Highlight des Jahres für besondere Eindrücke bereit hält. Nicht mehr, nicht weniger. Photos von den Konzerten gibt es auch dieses Jahr lediglich, wenn überhaupt, in Handyqualität. Der Akkreditierungsprozess wurde natürlich in diesem Jahr gleichbleibend scharf gehandhabt. Auf der Flaniermeile und in der Stadt kann ich aber bedenkenlos die „Dicke“ Kamera mitnehmen. Wobei das ja inzwischen schon fast zu einer Manie geworden ist.

Ich werde natürlich auch das eine oder andere Update via @flati twittern. Ihr seid herzlich eingeladen mir zu folgen!

UPDATE 1:

Wir sind angekommen (ca 15:50) – aber fragt nicht nach Sonnenschein. Murphy hat offenbar was gegen Gruftis denn ausgerechnet heute Nacht wollte irgendein Marder ausprobieren wie gut oder schlecht die Kühlwasserschläuche im Dacia Sandero schmecken. Offenbar wars nicht so doll denn er hat es beim perforieren der Leitung belassen. Natürlich hat am Freitag vor Pfingsten keinen Werkstatt Ersatz. Somit haben wir mit ca. 3h Verspätung das ganze Zeug in mein Eisenschwein (Lada Samara Baltic BJ ’97) geladen und dann weiter 3h im Auto verbracht. mindestens 1.5 davon sinnlos im Stau. Aber egal, auch das blutige Massaker an der Hand meines Mädels konnte uns noch nicht die Laune verderben. Jetzt heißt es ersteinmal Bändchen holen. Es wurde schon berichtet dass das Farbschema stark an Woodstock erinnert. Wir werden sehen. Ob die Zeit dann noch für die Pussybats reicht, werden wir sehen. Ersteinmal ein Bier trinken. Prost!

Update 2:

Es ist kurz nach 0.00 und der erste WGT Tag ist für uns zuende. Mit dem Alter läßt man es eben gediegener angehen. So wurde auch nicht der komplette Plan heute abgearbeitet sondern auf Samsas Traum und Kirlian Camera. Alex Kaschte von ST spielte im grünen T-Shirt vor einer gut gelaunten Menge souverän einen guten Querschnitt durch sein Schaffen und hatte neben Hohn und Spott für Marburger Studentinnen der Kunstgeschichte, Pädagogik und Soziologie auch Lob für seine treue Fanbase zu verkünden (ich erwähne es weil das tatsächlich sehr selten vorkommt). Jedenfalls gabs wieder alles zu hören was man als alter Fan hören wollte. Die obligatorischen Klassiker wie Stromausfall im Herzspital und der Weena Morloch Klassiker Kugel im Gesicht. Letzteres wurde wie immer eingeleitet mit unisono Gesang „Ohne Kugel gehen wir nicht ins Bett!“

Danach war ersteinmal chillen im Shisha Zelt vor dem Konzerthalleneingang angesagt. Zusammen mit reichlich Met, Bier und Gänseblümchentee (nein, es ist kein anderes Wort für Dope). Eine gute Vorbereitung auf die unglaubliche Stimme der Kirlian Camera Sängerin Elena Fossi. Selbst beim Schreiben dieser Zeilen bekomme ich noch Gänsehaut davon. Wow. Neben meinen Lieblingssongs Dead Zone in the Sky, K-Pax und dem ewigen Clubhit Eclipse gab es nicht ein einziges Lied wo man nicht zumindest ordentlich mitwippen mußte.

Nun beende ich diesen Blogeintrag und genieße noch ein Bierchen (Lübzer Urkraft) und Cracker zusammen mit meinem Käferweibchen.

Morgen geht es dann weiter!

Elena Fossi