WGT Tagebuch #3

Sonntag, 31.05.2009

Der dritte Tag des WGTs ist angebrochen. Der leichte Kater konnte mit einem guten Frühstück vertrieben werden und das Wetter läßt mich optimistischer als Gestern in die Zukunft blicken. Mal sehen ob wir wenigstens heute alles schaffen was wir uns vorgenommen haben. Es ist nämlich extrem-location-hopping angesagt. Da wären:

 

  • 16:30 Fetish:Mensch in der Agra
  • 19:30 Psyche im Kohlrabizirkus
  • 21:00 Icon of Coil auf der Parkbühne
  • 22:50 The beautiful Disease in der Moritzbastei
  • und ab Mitternacht im Darkflower zappeln und schwitzen

 

Übrigens habe ich in meinem fast 10 Jährigen Gruftidasein noch nie das Darkflower betreten. Epic Fail. Ich gedenke an diesem Missstand etwas zu ändern. Nun aber erstmal duschen, dann Photoapparat schnappen und heidnisches Dorf und Agra terrorisieren. Bis später!


04:09

Der Abend ist schon so weit fortgeschritten dass man fast schon wieder von morgen reden kann. Aber ich blogge trotzdem noch fix vom vergangenen Tag.

Nachdem das morgentliche Stylingritual über die Bühne gebracht war, gings auf in die noch nicht ganz so volle Messe. Mal ein bissel shoppen. In unseren Einkaufsbeuteln fanden sich danach das neue Album von „Die Form“ + T-Shirt + Buttons. Am Black-Rain stand konnte ich angesichts des Re-Releases der „3. Version“ von Feindflug auf Picture Vinyl auch nicht widerstehen.

Der Blick ins Heidnische Dorf war zunächst doch ernüchternd. Eine riesige Schlange vor dem Eingang. Die Ernüchterung war so groß dass wir erstmal nach hause gewatschelt sind um dann mit frischem Mut in die Agra zum „Fetish:Mensch“ Konzert zu gehen. Das war auch keine schlechte Idee denn Oswald Henke, in welchem Projekt auch immer, ist ein Garant für wirklich gute Musik. Schlecht Tontechnik hin oder her.

Danach haben wir uns nochmal ins heidnische Dorf gewagt denn ein Vögelchen hat uns gezwitschert dass man die Schlange mit WGT Bändchen einfach umgehen kann. Gesagt, getan, rein, einmal kurz rum, was gegessen, was getrunken, und wieder raus. Trotzdem über ne Stunde verballet.

Die nächste Station war der Kohlrabizirkus, den wir auch pünktlich zum „Psyche“ Konzert erreichten. Der Sänger ist schon einigermaßen gay, aber das Programm war toll. Wirklich schöne Songs aus alter und neuer Zeit. Glücklicherweise sind wir danach noch nicht gleich verschwunden, denn „Solitary Experiments“ haben gleich noch einen drauf gesetzt. Nicht zuletzt dank der Unterstützung von „Feindflug“ am Ende.

Die Etappe war schnell absolviert und so ging es auf zum letzten offiziellen Programmteil des Abends: „The beautiful disease“ in der Moritzbastei. Eine Band die wir egal ob in Teilen oder im ganze noch nie von Anfang bis Ende gesehen haben. Es lastet einfach ein Fluch auf ihnen. Der konnte aber heute gebrochen werden, denn wir haben alles gesehen. Und gehört. Der Wahnsinn. Leider war der Tontechniker auch in der Moritzbastei kein Künstler, geschweigedenn ein Experte. Schmerzgrenzwertige Übersteuerungen strapazierten unsere Trommelfelle. Aber es hat sich trotzdem gelohnt.

Eigentlich wollten wir den Abend mit Tanz und Bier im Darkflower ausklingen lassen, das widerum war aber sehr sehr voll und so zogen wir weiter Richtung „Villa“. Da gabs zwar Platz, aber die DJs haben es nicht so dolle drauf gehabt. Ein wenig gestampfe und gehopse reichten aus um uns wieder zum gehen zu bewegen. Immerhin hinterläßt ein solcher Tag schmerzliche Erinnerungen in den Füßen.

Die letzte Station des Abends sollte die Absintherie Sixtina sein. Dort wurde uns je ein doppelter H.R. Giger Absinth kredenzt, die ich überwiegend alleine weggeschlürft habe. Die haben mächtig reingehauen, weswegen ich jetzt auch ins Bettchen gehe und euch eine gute Nacht und viel Spaß noch auf dem WGT wünsche!